Ein kurzer, ehrlicher Überblick, welche Pflichten bei der AI-Nutzung tatsächlich gelten — und welche nicht. Gedacht als Aufklärung, nicht als Verkaufsargument.
Der EU AI Act verbietet keiner Firma, ChatGPT, Copilot & Co. zu nutzen, und für einfache, alltägliche AI-Nutzung entstehen wenige verpflichtende Produktpflichten. Aber „gar nichts" stimmt nicht. Drei Pflichten gelten quer durch alle Firmen — und die DSGVO greift ohnehin, ab dem ersten Datensatz.
| Pflicht | Für wen | Wann | Worum es geht |
|---|---|---|---|
| DSGVODatenschutz | Jede Firma mit personenbezogenen Daten | immer | Mitarbeiter, die Kunden- oder Personendaten in ein nicht freigegebenes AI-Tool geben, verarbeiten sie ohne Rechtsgrundlage, ohne AV-Vertrag und ohne Nachweis. |
| AI Act · Art. 4AI-Kompetenz | Alle, die AI einsetzen — keine Ausnahme | seit 02.02.2025 | Das Personal muss ausreichende AI-Kompetenz haben — Grundverständnis von Chancen und Risiken der genutzten Tools. |
| AI Act · Art. 5Verbote | Alle | seit 02.02.2025 | Bestimmte Praktiken sind untersagt — z. B. Emotionserkennung am Arbeitsplatz oder Social Scoring. |
| AI Act · Art. 50Transparenz | Wer Chatbots betreibt oder AI-Content veröffentlicht | ab 02.08.2026 | Chatbots als AI kennzeichnen; AI-generierten oder -bearbeiteten Content sichtbar labeln. |
| AI Act · High-RiskAnnex III | Nur bei einem High-Risk-Use-Case | ab 02.12.2027 | Menschliche Aufsicht, Protokollierung, Information der Betroffenen. Greift z. B. bei AI im Recruiting (siehe unten). |
| GeheimhaltungBerufs- / Vertragsrecht | Mandats- oder vertragsgebundene Firmen | immer | Mandanten- oder Kundendaten in ein AI-Tool zu geben, kann Geheimhaltungs- und Geschäftsgeheimnis-Pflichten verletzen — unabhängig von der DSGVO. |
Sie gilt für jede Verarbeitung personenbezogener Daten — ab dem Moment, in dem jemand einen Kundennamen, eine E-Mail-Adresse oder einen Vertrag in ein AI-Tool kopiert. Das ist die Pflicht, die jede Firma sofort trifft — unabhängig von Größe, Branche oder AI-Act-Risikostufe. Nicht der Regulator ist der übliche Auslöser, sondern der erste Kunde oder Auditor, der einen Nachweis verlangt.
HR & Worker-Management. Recruiting und CV-Screening, aber auch Beförderung, Aufgabenverteilung und Performance-Monitoring von Mitarbeitern.
Kreditwürdigkeit (wer Bonität prüft oder Kredit gewährt) und Versicherungs-Pricing (Leben / Kranken).
Support-Chatbots und Lead-Qualifizierung — hier greift nur die Transparenzpflicht (Art. 50), nicht das High-Risk-Regime.
Der 02.12.2027 macht nicht plötzlich jede Firma high-risk. Aber ab dann sind die Deployer-Pflichten für High-Risk-AI aktiv — und der häufigste Weg, in diese Kategorie zu rutschen, ist AI in der HR: Recruiting, Beförderung, Aufgabenverteilung oder Performance-Monitoring. Den größten Aufwand (Conformity Assessment) trägt der Anbieter des Tools; wer AI dort einsetzt, wird zum High-Risk-Deployer und muss dann operativ:
Für die meisten Firmen ist die Frage nicht „Sind wir reguliert?", sondern: Wissen wir, welche AI-Tools unser Team nutzt — und mit welchen Daten? Und könnten wir es belegen, wenn jemand fragt? Meist lautet die ehrliche Antwort: nein. Genau diese Lücke — Realtime-Sichtbarkeit, Policy-Durchsetzung und ein Audit Log über die AI-Nutzung — schließt Qadar AI. Nicht, weil ein Gesetz es erzwingt, sondern weil sich nicht kontrollieren lässt, was man nicht sieht.
Dieses Dokument dient der Aufklärung und ist kein Rechtsrat. Regulatorische Angaben mit Stand Juli 2026, EU AI Act in der Fassung nach dem Digital Omnibus (adoptiert; Veröffentlichung im EU-Amtsblatt zum Redaktionsstand ausstehend). Fristen können sich ändern. Für eine verbindliche Bewertung des eigenen Falls juristischen Rat einholen.